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Mitschrit der mündlichen Erzählung von Bennett von Silberherz

Also... Die ganze Sache ist schon 'ne ganze Weile her, ich glaub ich war damals zwölf...vielleicht auch dreizehn. Es war damals 'ne fürchterliche Sturmnacht, hat geschüttet wie aus Eimern. War schon fast Mitternacht als die Glocken losgingen, da sind die meisten raus. Vom Leuchtturm aus hatte der alte Wärter gesehen, dass ein Schiff auf Grund gelaufen war keine hundert Schritte vorm Ufer. Da draußen sind scharfe Felsen, das kann ganz schön gefährlich werden, wenn man's nicht weiss. Wir sind also alle raus an den Strand, eine Menge Leute zumindest. Auch ich und noch ein paar andere Jungs. Wir wollten nicht wirklich helfen, muss ich sagen, wir waren neugierig...wie das halt so ist. Jedenfalls war das Schiff schon kurz vorm absaufen, das konnte man ziemlich gut sehen wenn's geblitzt hat. Die Mannschaft muss es schon ganz zu Anfang erwischt haben, nur der Mast hat noch rausgeschaut. Und da im Mastkorb war was. Neben uns stand ein, Eli Randers, ich kannte den vom sehen und so, mit seiner Mutter. Eli war vielleicht 10 Jahre älter als ich und ein ziemlicher Schwächling. Seine beiden großen Brüder und sein Vater sind alle zur See gefahren, das wussten wir auch, nur er nicht...hat lieber seiner Mutter zu Hause geholfen, Wasser lag ihm wohl nich' so, oder so. Eli war jedenfalls ziemlich aufgeregt und ist los, ein Boot losmachen,was da festgemacht lag und macht tatsächlich Anstalten da reinzusteigen. Seine Mutter ist natürlich hinterher und hält ihm am Arm fest und keift ihn an: „Untersteh dich! Jona und Vater sind schon auf See geblieben, Jack ist jetzt schon drei Jahre vermisst! Du fährst mir da nicht raus! Du machst deiner Mutter keinen Kummer!“

Eli schüttelt sie ab und zeigt nur auf den Mann, der da noch im Mastkorb hängt. Der Korb ist ganz kurz davor abzubrechen und der Kerl da oben sieht nicht mehr aus, als sei er noch in guter Verfassung. „Und was ist mit SEINER Mutter?“, winkt noch ein paar andere Leute zu sich und springt ins Boot.

Also, ihr müsst verstehen, das war echter Wahnsinn! Mit jeder Welle wurde's schlimmer und schlimmer, dreimal hat's fast so ausgesehen, als würden sie umkippen und elendig ertrinken, wir haben ganz schön mitgezittert.

Nach 'ner Weile haben sie's tatsächlich bis zum Schiff geschafft und den armen Teufel ins Boot gezogen, ganz kurz bevor der Mastkorb dann auch noch abgebrochen ist.

Sie rudern zurück...und grad dass sie wieder in Hörweite sind brüllt Eli etwas übers Wasser.

„Sagt's Mama! Es ist Jack!“